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Veranstaltung

SAKINA-Workshop: Stressmanagement zwischen Psychophysiologie und Spiritualität

SAKINA-Workshop: Stressmanagement zwischen Psychophysiologie und Spiritualität
  • Datum: 30. Januar 2026
  • Ort: Hamburg

Am 30.01.2026 fand das erste SAKINA-Workshop zum Thema „Stressmanagement" in einer ruhigen Location im Herzen Hamburgs an der Alster statt. Ziel der Veranstaltung war eine systematische Einordnung des Stressgeschehens aus psychologischer, physiologischer und spiritueller Perspektive. Dabei wurde das Verständnis des Stressmanagements als einen integrativen Prozess betont, der nicht nur die psychophysiologische Ebene, sondern auch die spirituelle Dimension berücksichtigt.

Der Workshop begann mit einer Koranrezitation, um den spirituellen Rahmen für die bevorstehenden Inhalte und den Einstieg in die Diskussion über das Thema Stress einzuleiten. Der erste Vortrag widmete sich der Definition von Stress: Als Ungleichgewicht zwischen äußeren Anforderungen und den inneren Ressourcen wurde Stress als dynamischer Prozess beschrieben, bei dem äußere Stressoren (wie Arbeit, Konflikte oder gesundheitliche Belastungen) mit inneren Verstärkern wie Perfektionismus und dem Wunsch nach Anerkennung kollidieren. Diese inneren und äußeren Faktoren führen zu einem Gefühl der Überforderung, das sich negativ auf die Gesundheit auswirkt.

Ein kurzer Hinweis auf die Herzfrequenzvariabilität (HRV) verdeutlichte, wie unser Nervensystem auf Stress reagiert. Eine hohe HRV ist ein Indikator für gute Erholung und Stressbewältigung, während eine niedrige HRV oft ein Zeichen dafür ist, dass das System überlastet ist und die Erholung gestört wird. Dies wurde als ein weiteres Beispiel dafür genannt, wie physiologische Prozesse unser Stresserleben beeinflussen. Ergänzend wurde die physiologische Stressreaktion thematisiert. Die Aktivierung des autonomen Nervensystems im Stresszustand führt zu einer erhöhten Herzfrequenz und einem Anstieg des Cortisolspiegels. Erholung und Entspannung treten dabei in den Hintergrund, was auf Dauer zu Überlastung führt. Um dieser Vorzubeugen, wurde u.a. eine Atemübung vorgestellt: der „psychologische Seufzer". Diese Technik (doppelte nasale Einatmung mit verlängerter oraler Ausatmung) wurde als wirksame Methode zur Regulation des autonomen Nervensystems erklärt. Die Übung aktiviert das parasympathische System und hilft dabei, die Stressreaktion zu dämpfen.

Im zweiten Workshopabschnitt lag der Fokus auf Stressprävention aus islamischer Perspektive. Dabei wurde die Erhaltung der körperlichen Gesundheit als Amānah (Verantwortung) gegenüber dem eigenen Körper hervorgehoben. Ein gesundes Maß an körperlicher Aktivität und ein bewusster Umgang mit der eigenen Gesundheit wurden als entscheidende Faktoren in der Stressbewältigung diskutiert. Ebenso wurde das gefestigte Glaubensbewusstsein als zentraler Resilienzfaktor betrachtet. Der Glaube, dass das Leben eine Prüfung (Ibtilāʾ) darstellt, wurde als bedeutende Ressource hervorgehoben, die es den Teilnehmenden ermöglicht, Stress nicht nur als Belastung, sondern auch als Gelegenheit zur spirituellen Reifung zu sehen. So wurde Stressbewältigung nicht nur als psychologische Technik, sondern als ein integraler Bestandteil der spirituellen und ethischen Reifung verstanden.

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